Zwei Fragen führen zur passenden Ausführung
Das Edelstahlprogramm ist modular aufgebaut. Je nach Anwendung werden Pumpengröße, Bauform, Antrieb und Zahnradwerkstoff miteinander kombiniert.
Erste Frage, Antrieb: Ist ein Motor oder Getriebe vorhanden, passt die Pumpe ohne Motor, also der Pumpenkopf mit freiem Wellenende. Wird eine anschlussfertige Einheit gebraucht, passt die Motorpumpe.
Zweite Frage, Medium: Schmiert das Medium ausreichend, laufen Edelstahl-Zahnräder. Schmiert es wenig oder gar nicht, etwa bei Wasser und wässrigen Lösungen, kommt eine PEEK-Ausführung in Frage. PEEK gibt es sowohl ohne Motor als auch mit Motor.
Wann eine Zahnradpumpe aus Edelstahl?
Edelstahl kommt zum Einsatz, wenn das Medium angreift oder der Werkstoff vorgeschrieben ist: bei Lösungsmitteln, Säuren, wässrigen Prozessmedien oder Emulsionen. Gehäuse, Wellen und Gehäuseteile bestehen dann aus Edelstahl 1.4571.
Die Werkstoffe sind einheitlich geregelt. Gehäuse und Wellen bestehen aus Edelstahl 1.4571. In der Standardausführung sind auch die Zahnräder aus 1.4571. Schmiert das Medium nicht ausreichend, laufen Edelstahl-Zahnräder trocken aufeinander. Für solche Fälle gibt es die PEEK-Ausführung, dort bleiben die Wellen aus 1.4571 und die Zahnräder bestehen aus PEEK. Das betrifft vor allem Wasser und wässrige Medien.
Ohne Motor: Pumpenkopf mit freiem Wellenende (E/F)
Die Ausführung E/F ist ein Pumpenkopf mit freiem Wellenende, ohne eigenen Motor. Sie wird eingesetzt, wenn Motor, Getriebe oder Antrieb bereits vorhanden sind oder separat ausgelegt werden. Fördermenge 1,15 bis 24 l/min, Viskosität 1,4 bis 2.500 mm²/s, Medientemperatur -40 bis +200 °C, Gehäuse, Wellen und Zahnräder aus Edelstahl 1.4571.
E/F setzt eine Mindestschmierung des Mediums voraus. Schmiert das Medium nicht ausreichend, führt die Ausführung E/F-PEEK weiter, sie steht weiter unten im Abschnitt zu den PEEK-Ausführungen.
Mit Motor: betriebsfertiges Aggregat (E/FLM)
Die Ausführung E/FLM ist ein komplett montiertes Aggregat aus Pumpe, Motor, Kupplung und Pumpenträger. Sie wird eingesetzt, wenn eine betriebsfertige Einheit gebraucht wird. Leistung 0,12 bis 1,5 kW, verfügbar bis einschließlich Baugröße 3, Fördermenge und Viskosität wie bei der Ausführung ohne Motor.
Auf Wunsch mit Frequenzumrichter. Damit lässt sich die Drehzahl und über sie die Fördermenge an den Prozess anpassen, etwa beim Dosieren oder beim Umwälzen im Teillastbetrieb. Für wenig schmierende Medien gibt es die Motorpumpe auch als PEEK-Ausführung E/FLM-PEEK, siehe nächster Abschnitt.
Weitere Bau- und Motorformen in Edelstahl
Weitere Bauformen wie E/D, E/FKM, E/FOM und E/FAM sind ebenfalls lieferbar und werden abhängig von Einbausituation und benötigter Motorisierung ausgelegt. In der Praxis kommen fast ausschließlich E/F, E/F-PEEK, E/FLM und E/FLM-PEEK zum Einsatz, deshalb stehen diese vier auf dieser Seite im Vordergrund. Eigene Produktseiten gibt es für die weiteren Bauformen derzeit nicht.
Alle Edelstahl-Bauformen lassen sich grundsätzlich auch mit PEEK-Zahnrädern ausführen, ab Baugröße 314 bis 333. Ein Überströmventil ist in Edelstahl nicht verfügbar, die Druckbegrenzung wird dann anlagenseitig gelöst.
Die Bauform E/FOM kann auch mit Magnetkupplung ausgeführt werden, wenn eine hermetisch geschlossene Ausführung ohne dynamische Wellendichtung erforderlich ist.
PEEK-Ausführungen: E/F-PEEK und E/FLM-PEEK
Die Zahnradwahl richtet sich nach der Schmierfähigkeit des Mediums. Öle, Wärmeträgeröle und ähnliche Medien schmieren ausreichend, hier laufen Edelstahl-Zahnräder. Wasser, wässrige Lösungen, Lösungsmittel und dünnflüssige Chemikalien schmieren kaum, hier werden PEEK-Zahnräder geprüft.
E/F-PEEK ist die Ausführung ohne Motor mit PEEK-Zahnrädern, Fördermenge 3 bis 24 l/min. E/FLM-PEEK ist die Motorpumpe mit PEEK-Zahnrädern, Leistung 0,12 bis 0,75 kW. Gehäuse und Wellen bestehen in beiden Fällen aus Edelstahl 1.4571, die Zahnräder aus PEEK.
Einsatzbereiche
Typisch sind Chemie und Prozessindustrie, Lacke und Farben sowie Maschinen- und Anlagenbau. Gefördert werden Lösungsmittel, Säuren und Laugen, Emulsionen und Kühlschmierstoffe, wässrige Prozessmedien sowie Öle und Wärmeträgeröle.
Für Lebensmittel- und Hygieneanforderungen gibt es für das Standardprogramm keine Zulassung. Bei solchen Anforderungen prüfen wir Werkstoffe, Dichtungen und Oberflächen gemeinsam mit Ihnen.